Solidarität mit ArbeiteraktivistInnen in Südkorea

Im Folgenden dokumentieren wir einen Solidaritätsaufruf mit AktivistInnen der Socialist Workers’ Alliance of Korea (SWLK) einer linkskommunistischen Gruppe in Südkorea die akut von der Repression betroffen sind. Aufrufe und Appelle allein werden sicherlich nichts am Klassencharakter der bürgerlichen Justiz und des Staates ändern. Dennoch können sie ein wichtiger Ausgangspunkt sein, um Öffentlichkeit und praktische Solidarität herzustellen. Wir rufen dazu auf, den Aufruf zu unterstützen und weiterzuverbreiten. (GIS)

Dringender Appell:8 ArbeiteraktivistInnen aus Südkorea sind von 5 bis 7 Jahren Knast bedroht

Am 3. Dezember 2010 hat die Staatsanwaltschaft in Seoul Haftstrafen
zwischen 5 und 7 Jahren für Oh Sei-chull und weitere Mitglieder (Yang
Hyo-seok, Yang Joon-seok, Choi Young-ik, Park Joon-seon, Jeong Won-
hyung und Oh Min-gyu) der revolutionär-sozialistischen Gruppe
Socialist Workers‘ Alliance of Korea (SWLK) gefordert. Diese
AktivistInnen der koreanischen Arbeiterbewegung sind nach Südkoreas
berüchtigtem Gesetz für Nationale Sicherheit angeklagt (das Gesetz
wurde 1948 eingeführt und sieht theoretisch immer noch die Todesstrafe
für „pro-nördliche“ Aktivitäten vor). Den acht Militanten aus der
SWLK, die sich als InternationalistInnen für eine Arbeiterrevolution
in beiden koreanischen Staaten einsetzen, wird außer der Tatsache,
dass sie SozialistInnen sind, kein spezielles Verbrechen vorgeworfen.
Tatsächlich aber richtet sich die Anklage gegen ihre Interventionen in
mehreren Streiks und Bewegungen seit 2007. Dies ist seit vielen Jahren
der erste Fall einer derartig krassen Repression nach dem Gesetz für
Nationale Sicherheit. Der Fall muss im Zusammenhang mit der scharfen
Rechtswende (wie der Zerschlagung des Streiks bei Ssangyong Motor Co.
2009) der südkoreanischen Regierung seit dem Amtsantritt von Präsident
Lee Myong Bak 2008 gesehen werden. (Tatsächlich dienten während des
Ssangyong-Streiks verteilte SWLK-Flugblätter im Prozess als wichtige
Beweisstücke.)

Die Staatsanwälte haben seit 2008 schon mehrmals versucht, Mitglieder
der SWLK vor Gericht zu stellen. Bis zum letzten Dezember lehnten die
Gerichte die Eröffnung des Hauptverfahrens immer wieder ab. Es ist
durchaus möglich, dass eine Flut von Protest-Mails an Richter Hyung
Doo Kim vom zentralen Bezirksgericht Seoul (Seoul Central District
Court) dazu beiträgt, dass bei der Urteilsverkündung am 27. Januar
niedrigere oder gar keine Strafen verhängt werden.

Schreibt Richter Kim in euren eigenen Worten, was ihr von solchen
Repressionen gegen „Gedankenverbrechen“ handelt, und schickt dies an

swlk@jinbo.net

Die Mails müssen bis Montag, 17.01.2011 6:00 Uhr (Seouler Zeit)
ankommen, damit der Anwalt der SWLK sie vor der Urteilsverkündigung an
Richter Kim weiterleiten kann.

Bitte verbreitet diesen Appell so breit wie möglich. Ihr könnt gerne
auch in anderen Sprachen als Englisch schreiben.

Loren Goldner