Archiv für August 2011

Der unvollendete „Arabische Frühling“ – Ergebnisse und Perspektiven

Die arabischen Revolten, die im Januar dieses Jahres in Tunesien ausbrachen, haben ganz Nordafrika und den Mittleren Osten wie ein gewaltiges politisches Erdbeben erfasst. Die Nachwirkungen erschüttern weiterhin den Mittelmeerraum und sind in der ganzen Welt spürbar. Von Marokko bis Jemen wurden nahezu alle Länder von den Protesten und Revolten erschüttert. Mit Ben Ali in Tunesien und Mubarak in Ägypten wurden zwei der vertrautesten Satrapen des Westens gestürzt. Gleichzeitig konnten sich bisher Regime wie Syrien und Bahrain durch Einsatz äußerster Repression an der Macht halten. Mittlerweile haben die westlichen Mächte die Revolte in Libyen als Vorwand genutzt, um einen weiteren Krieg im Mittleren Osten zu entfachen, um so die Schockwellen der Revolten einzudämmen und die Kontrolle wiederzugewinnen. Doch trotz der blutigen Repression in Ländern wie Syrien, Bahrain und Jemen und den drakonischen Gesetzen der neu eingesetzten Regime in Ägypten und Tunesien ist die Revolte noch lange nicht vorbei.

Die internationale Krise der Staatsschulden

Aus der sog. Subprimekrise ist nun eine Krise der Staatsschulden geworden. Bürgerliche Analysten erklären die derzeit äußerst angespannte Situation gerne mit dem angeblichen „Verrücktspielen der Märkte“. Doch der eigentliche Wahnsinn besteht im globalen kapitalistischen System selber, welches wieder einmal von seinen eigenen unlösbaren Widersprüchen erschüttert wird. Die sog. „Märkte“ sind nichts anderes als ungefähr ein Dutzend internationaler Banken und Finanzinstitute. Mit ihren spekulativen Aktivitäten bewegen sie jährlich ca. 600 Billionen Dollar im Jahr, also eine Summe die 12-mal höher ist als das globale BIP. Diese Massen fiktiven Kapitals strömen tagtäglich um den Globus, stets auf der Suche nach lukrativen Anlagemöglichkeiten, um durch spekulative Aktivitäten mehr Kapital zu generieren. Aus sich selbst heraus kann Geld solange nicht mehr Geld produzieren (von fiktiven Werten einmal abgesehen) solange es nicht produktiv investiert wird, d.h. durch Lohnarbeit neues Kapital geschaffen wird

Riots in Großbritannien: Das Ergebnis von über vierzig Jahren kapitalistischer Krise

Während die Aktienmärkte abstürzten und Panik die Eurozone erschütterte, feierte sich die britische herrschende Klasse dafür, dass London für die nächsten Olympischen Spiele bestens vorbereitet sei. Dann gingen wie bei einer unvorhergesehenen Naturkatastrophe die Bezirke Tottenham, Enfield, Brixton und Walthamstow in Flammen auf. Mittlerweile musste Premierminister Cameron seine Villa in Italien verlassen und in eine Stadt zurückkehren, die mit ausgebrannten und geplünderten Straßenzügen einem Kriegsschauplatz gleicht.

Wilder Streik von ArbeitsmigrantInnen in Nardó (Apulien)

In der italienischen Provinz Apulien hat sich ein erster spontaner Streik von immigrierten LandarbeiterInnen entzündet. Er spielt sich in der Nähe des Touristenortes Nardó ab, wo jedes Jahr tausende Flüchtlinge aus Afrika und dem Maghreb zu Hungerlöhnen Wassermelonen und Tomaten ernten müssen. Nun haben sie aus Protest gegen die niedrigen Löhne die Arbeit niedergelegt