Archiv für Oktober 2011

Das erste Jahr der Sowjetmacht

Wir haben lange warten müssen bis nun endlich und unverhofft Alexander Rabinowitchs Buch „The Bolsheviks in Power“ auf Deutsch erschienen ist.1 Seine bisherigen Arbeiten waren für uns ein wichtiger Bezugspunkt bei unseren Diskussionen und Untersuchungen über den Verlauf der Russischen Revolution. Rabinowitch nimmt in der historischen Forschungslandschaft eine Sonderrolle ein, wie er auch in seiner Einleitung hervorhebt:

Sozialrevolutionärer Diskussionszyklus in Berlin

Nächstes Treffen:
01.11.2011 – Pariser Kommune (Fortsetzung der Diskussion auf Grundlage der Texte aus dem Reader)
Schwerpunkt: Arbeiterkörperschaft unter Aufhebung der Gewaltenteilung im Gegensatz zur parlamentarischen Demokratie – sozialistische und jakobinische Traditionen vor und in der Pariser Kommune
19:30 Uhr im Mehringhof (Blauer Salon)
Gneisenaustr. 2a
U-Bahnhof Mehringdamm
Mehr Infos gibt es hier

Die Riots am 15. Oktober in Rom: Gewalt, Gewaltfreiheit, Klassenkampf

Der 15. Oktober war mit Demos in über 90 Ländern der erste weltweite Aktionstag gegen die Auswirkungen der Krise. Überall wurden die Proteste für ihre friedliche und klassenübergreifende Ausrichtung gelobt. Doch gerade darin verorten sich die beiden größten Begrenzungen der Bewegung. Wir sehen im Pazifismus eine Begrenzung, nicht weil wir meinen, dass sich kämpferische Protestdemos in sinnloser Gewalt entladen müssten, sondern weil „Gewaltfreiheit“ eine Ideologie ist, die die tagtäglichen Auswirkungen des Klassengegensatzes in dieser Gesellschaft von vornherein ausklammert.

Griechenland: Stalinisten im Dienste des bürgerlichen Staates

Vom 19. bis 20. Oktober fand in Griechenland ein zweitägiger Generalstreik statt, zu dem die beiden großen Gewerkschaften GESEE und ADEDY aufgerufen hatten. Allein in Athen zogen fast eine Million Menschen zum Syntagma Platz um Ihren Protest gegen die drastischen Kürzungspläne der Regierung zum Ausdruck zu bringen. Über 10 000 Polizisten wurden aufgeboten, um die Proteste und Demos in Athen in Schach zu halten. Mehrmals wurden Demonstrationszüge von Einsatzkräften der Polizei angegriffen