Archiv für August 2013

Ägypten: Das Proletariat zwischen Hammer und Amboss der Bourgeoisie

Die derzeitigen Ereignisse in Ägypten spiegeln in dramatischer Weise die politische Desorientierung des weltweiten Proletariats in einer der tiefsten Krise des Kapitalismus wieder. Die zunehmende Verschlechterung der Lebensbedingungen des Proletariats und der verarmten Massen war einer der Hauptfaktoren wie den Wahlsieg der Moslembruderschaft im letzten Jahr

Straßenproteste und Klassenmacht: Reflexionen über die jüngsten Ereignisse in der Türkei, Ägypten, Brasilien und die Nachwirkungen des „Arabischen Frühlings“

Die Ereignisse, die die Türkei Ende Mai in Flammen setzten, die Massendemonstrationen in Brasilien während des Fußball Confederations Cup und die Geschehnisse auf dem Tahir Platz in Ägypten haben mit aller Deutlichkeit gezeigt, dass das Weltgeschehen immer noch von den Auswirkungen des „Arabischen Frühlings“ bestimmt wird, der mit der Selbstverbrennung eines jungen Mannes am 17. Dezember 2010 seinen Ausgangspunkt nahm. Ende Mai führten Demonstrationen gegen die Errichtung eines Einkaufszentrums im Zentrum von Istanbul zu einer Bewegung, die in 79 der 81 Provinzen der Türkei Millionen Menschen auf die Straßen brachte. Als sich dann die Aufmerksamkeit der Welt auf das Fußballturnier in Brasilien richtete, breiteten sich von Sao Paulo ausgehend Demos gegen Fahrpreiserhöhungen im ganzen Land aus und verbannten den Fußball aus den Schlagzeilen

Die Ära der Sozialdemokratie und der Kampf gegen den Revisionismus

Im letzten Teil unserer Artikelreihe haben wir argumentiert, dass der Kampf für die proletarische Selbstemanzipation eine politische Organisation voraussetzt. Marx und Engels hatten diese Notwendigkeit schon vor der Veröffentlichung des Kommunistischen Manifestes begriffen. Selbst in der langen Zeit der Klassenruhe, den sog. „goldenen Jahren“ des Kapitalismus (1850-1870) blieben sie in Kontakt und Diskussion mit anderen Revolutionären, um für die Zukunft vorbereitet zu sein. Vor diesem Hintergrund zögerten sie nicht sich 1864 an der Gründung der Ersten Internationale zu beteiligen, obwohl diese mehrheitlich von Proudhonisten und anderen Strömungen dominiert war.