Paul Mattick: „Die Revolution war für mich ein großes Abenteuer“

Buchvorstellung und Diskussion

Dienstag den 13. Januar 2015 um 19:30

Mehringhof (Blauer Salon), Gneisenaustr. 2a

Was macht ein 10-Jähriger aus einer Arbeiterfamilie in Berlin nach Ausbruch des I. Weltkrieges ? Ohne Aufsicht der Eltern lebt er zwischen einer autoritären Schule und der Freiheit auf der Straße. Er versucht so gut es geht, mit seinen Kumpels über die Runden zu kommen. Es wird Obst und Gemüse geklaut, Kohle gestohlen, entwendete Materialien zu Geld gemacht. Als Halbwüchsiger erlebt er die Novemberrevolution und wird, wie Tausende andere, Teil von ihr. Nun geht es um einen täglichen kompromisslosen Klassenkampf, den es zu organisieren gilt, aber auch um politische Kontroversen, Agitation, und Zeitungen, die finanziert werden müssen. Er wird Mitglied der antiparlamentarischen marxistischen KAPD (Kommunistischen Arbeiterpartei Deutschlands).
Er nimmt an so mancher lebensgefährlicher Aktion teil. Dem Tod entgeht er dabei mehrmals nur knapp. Die Neugier und die Lust auf neue Ufer treiben den nun 22-jährigen über den Atlantik in die USA, wo er in engen Kontakten zu den Wobblies (IWW) steht. Anfang der 30er engagiert er sich in der Arbeitslosenbewegung in Chicago und ist bei Massendemonstrationen und wilden Streiks aktiv.
Der Aktivist und Autodidakt entwickelt sich zu einem der führenden Köpfe des Rätekommunismus und profunden Theoretiker auf dem Gebiet der Kritik der politischen Ökonomie. Wie verknüpfte ein solcher Mensch Tat und Gedanke? Was waren seine Überzeugungen? Was seine theoretische Ansätze?
Er geht davon aus, dass es ohne Krise keine Revolution geben kann. In diesem Zusammenhang beschäftigt er sich mit dem tendenziellen Fall der Profitrate, dem Staatsinterventionismus, den Grenzen der gemischten Wirtschaft und dem Staatskapitalismus.
Inwieweit seine Analysen unter dem Gesichtspunkt der Wiederkehr der Krise weiterhin aktuell sind, wollen wir in den nächsten Monaten anhand seines wichtigsten Werkes „Marx und Keynes“ diskutieren.

Sozialrevolutionärer Diskussionszirkel
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