Willkommensgrüße an Klasbatalo als neuer Sektion der IKT in Kanada

Die Internationalistische Kommunistische Tendenz und Klasbatalo freuen sich mitteilen zu können, dass Klasbatalo Teil der IKT geworden ist. Dies wird diejenigen, die die stetige Intensivierung unserer Beziehungen in den letzten zwei Jahren beobachtet haben, nicht überraschen. Doch unsere Kontakte zum ursprünglichen Kern von Klasbatalo gehen etwas weiter zurück. Im Jahr 2015 kontaktierte uns einer der Genossen, die die neue Gruppe bildeten, zum ersten Mal, um sich unserer früheren kanadischen Sektion, der „Groupe Internationaliste Ouvrier“ (GIO), anzuschließen. Zu diesem Zeitpunkt steckte die GIO jedoch in einer Krise, über die wir in unserer Stellungnahme zur Auflösung der GIO im Januar 2016 bereits berichtet haben. Wir rieten dem Genossen damals das Ergebnis unserer Diskussion mit dem Rest der GIO abzuwarten, und als wir schließlich die Auflösung der GIO ankündigten, nahm er Kontakt zu anderen LinkskommunistInnen in Montréal auf, von denen einige der GIO kurz nach ihrer Gründung angehört hatten. Wie Klasbatalo selbst in einem früheren Brief schrieb, war „die Entwicklung der Kommunistischen Linken in Kanada ein besonders schmerzhafter Prozess. Die Genossinnen und Genossen, die sich in Quebec, hauptsächlich in Montreal, auf der Grundlage linkskommunistischer Ideen zusammenfanden, hatten damals nur ein sehr vages Verständnis der Positionen der Kommunistischen Linken. Die stärkste und am besten etablierteste Tendenz war damals die Internationalist Workers Group/Groupe Internationaliste Ouvriere, die der IKT angegliedert war.“ Die GIO wurde damals aber eher von Personalismus als von politischer Klarheit geprägt, was der IKT zum damaligen Zeitpunkt allerdings nicht bekannt war. Viele Genossen sahen sich gezwungen sich zurückzuziehen. Der IKT wurde diesbezüglich mitgeteilt, dass dies aus „persönlichen Gründen“ geschehen sei. Der Kampf für die Gründung von Klasbatalo war also alles andere als einfach: „Drei unserer Mitglieder durchlebten dieses Schisma, welches die Kommunistische Linke in Quebec über mehr als 15 Jahre insoweit spaltete, dass sich Genossen an der GIO beteiligten oder zu einem gewissen Grad an der Politik der IKS orientierten. Wir hatten also viel aus dieser Erfahrung gelernt, als wir uns im Sommer 2017 trafen, um den Weg, den wir vor mehr oder weniger 15 Jahren beschritten hatten zu klären und zu konkretisieren.“ Die Genossen mussten sich also nicht nur mit dem gefährlichen und sektiererische Verhalten eines politischen Abenteurers auseinandersetzen, dessen Fokus lediglich darauf lag andere kommunistische Gruppen anzugreifen, sondern mussten auch mit verleumderischen Fehlinformationen und falschen Darstellungen anderer Gruppen der Kommunistischen Linken umgehen. Es bleibt zu hoffen, dass dies nun der Vergangenheit angehört. Dennoch haben diese Eskapaden den Genossen von Klasbatalo geholfen zu klären, wofür und wogegen sie stehen. Die Erfahrungen in Kanada waren auch für die IKT schmerzhaft, weswegen wir nach der Auflösung genauer untersuchten, was schiefgelaufen war. So schrieben wir in unserem Statement zur Auflösung der GIO im Januar 2016: „Als Tendenz müssen wir unsere Lehren aus dieser Erfahrung ziehen. Die IKT hatte niemals die Absicht Klone zu schaffen. Die IKT ist eine Koordination von Gruppen die politisch auf der Basis einer gemeinsamen Plattform zentralisiert sind, aber einen erheblichen Freiraum haben, in ihren Ländern die Arbeitsmethoden -und Arbeitsweisen zu entwickeln, die ihrer Meinung nach am besten geeignet sind, zum Aufbau einer revolutionären proletarischen Organisation beizzutragen. Damit meinen wir eine Organisation die autonom von sozialdemokratischen, staatskapitalistischen und gewerkschaftlichen Elementen agiert, die allesamt auf die Integration der ArbeiterInnenklasse in die kapitalistische Gesellschaft abzielen, indem sie sich als „sozialistisch“ ausgeben und ein System reformieren wollen, welches seinen Nutzen für die Menschheit schon lange eingebüßt hat. Unser Ziel besteht darin Gruppen zu entwickeln, die einen Beitrag zur Entwicklung revolutionärer Theorie und Praxis leisten, indem sie dort wo sie leben an den Klassenkämpfen teilnehmen und klar und deutlich von den Perspektiven der Kommunistischen Linken ausgehen. Dies hat die GIO sporadisch getan, doch wie unsere Diskussionen zeigten, tendierte sie dahin in den Bewegungen in linkspopulistischer Manier zu agieren, ohne einen eigenen unmissverständlichen revolutionären Beitrag zu leisten. Dies ist eine potentielle Gefahr für jeden neuen politischen Kern. Sie kann nur durch ernsthafte Anstrengungen überwunden werden, in kollektiven Klärungsprozessen die Grundlagen linkskommunistischer Politik herauszuarbeiten.“ Aus diesem Grund hat die Diskussionen und die Zusammenarbeit zwischen uns und den Genossinnen und Genossen von Klasbatalo einige Zeit in Anspruch genommen. Unsere Anforderungen an potenzielle Mitgliedsgruppen bleiben unverändert, wie wir erst kürzlich in einer Korrespondenz an einen potenziellen Kandidaten klarstellten: „Für uns wird der Prozess nicht von der Dauer, sondern von der Erfüllung der Kriterien bestimmt, die wir für eine gesunde Ergänzung unserer gesamten internationalen Kräfte für notwendig halten. Diese sind nach wie vor:

1. Die politische Übereinstimmung mit der Plattform der IKT

2. Eine grundlegende Positionsbestimmung, d.h. eine politische Plattform (der jeweiligen Gruppe)

3. Ein organisatorisches Statut, welches das Verhalten und die Arbeitsweise von Kommunistinnen und Kommunisten innerhalb der Organisation definiert.

4. Ein Interventionsorgan, welches selbst wenn es unregelmäßig erscheint, als Instrument für die Intervention in der Arbeiterklasse dienen kann.

5. Eine Praxis, die versucht, so schwierig die Situation auch sein mag, in der Arbeiterklasse wirksam zu werden, um sich zu einer Kraft zu entwickeln die in den Kämpfend er Klasse eine Antwort auf die kapitalistische Krise und ihre Folgeerscheinungen zu formulieren.“

Die Diskussion zwischen der IKT und Klasbatalo entwickelte sich entlang dieser Grundsätze. Daher freuen wir uns mitteilen zu können, dass Klasbatalo nicht nur all diese Kriterien erfüllt hat, sondern auch mit Delegierten im letzten November bei der Sitzung des Internationalen Büros der IKT wie jede andere Sektion der IKT vertreten war. Mit der Herausgabe ihrer Zeitschrift „Mutiney“ und aus unseren Diskussionen resultierenden geringfügigen Änderungen ihrer Plattform sind die letzten Schritte des Integrationsprozesses in die IKT abgeschlossen. Wir freuen uns Klasbatalo als neue Mitgliedsgruppe in Kanada begrüßen zu dürfen. Wie wir immer zu potenziellen Mitgliedern immer sagen, tritt man nicht in die IKT ein, sondern man arbeitet an ihrer Entwicklung. Wir sind keine Fantasten und wissen sehr wohl, dass wir noch am Anfang eines langen Weges stehen, um den Einfluss der Kommunistischen Linken in der weltweiten Arbeiterklasse zu verstärken. Aber wir haben einen weiteren Schritt in diese Richtung gemacht. Klasbatalo wird sich nun in vollem Umfang an dem Prozess einer besseren Koordinierung unserer Arbeit und der Entwicklung unserer Interventionen beteiligen. Wir freuen uns nicht nur auf eine gute Zusammenarbeit, sondern auch auf den Zeitpunkt, an denen wir einen Beitrag zur Erschaffung einer wirklichen Internationale der revolutionären Arbeiterklasse leisten können.

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