Archiv der Kategorie 'Stalinismuskritik'

US-Wahlen: Eine Überraschung, aber keine unerwartete

Der arrogante Trump hat die unnahbare Clinton geschlagen, ein extrem rechter Populist hat über eine rechtsgerichtete Technokratin triumphiert, die versuchte sich als progressive Linke auszugeben. Indem er an die Bauchgefühle und Ängste der amerikanischen Wähler appellierte gelang es ihm, eine vorgeblich kultivierte Vertreterin der Establishments aus dem Rennen zu schlagen.
Der „Populismus“ hat im Kernland des weltweiten Kapitalismus den Sieg davongetragen und die Erfolge der extremen Rechten in Westeuropa (Frankreich, Skandinavien, Österreich und teilweise Deutschland) und Osteuropa (Ungarn und Polen) überflügelt.

Ungarn 1956: Arbeiteraufstand gegen die Parteidiktatur

Sechzig Jahre liegt es zurück, seit dem der Einmarsch der russischen Armee das kurze Leuchtfeuer der Ungarischen Revolution in Asche und Blut und Kerkern erstickte. Die Größe des Ereignisses verbietet es die Ungarische Revolution leichtfertig in Kategorien von Sieg oder Niederlage abzuhandeln. Die Ursachen warum dieser Arbeiteraufstand so niedergeschmettert werden konnte, weshalb innerhalb kurzer Zeit fast wieder Friedhofsruhe einkehrte und warum die Selbstermächtigung nicht dazu führte, das revolutionäre Organisationen entstehen konnten, liegt auch in den nur noch schwer entzifferbaren Hoffnungen und Träumen der Aufständischen begründet, der seit Jahrzehnten unter einem Ballast erfolgreicher ideologischer Verklärungen verschüttet liegt.
Ein Blick zurück muss die falschen Illusionen und trügerischen Erwartungen der damaligen Zeit benennen, damit wir fähig werden zu verstehen, welche Fehler in Zukunft zu vermeiden sind.

Shades of Grey: Rojava, der „Spirit of 36“ und das Wolkenkuckucksheim der „Linken“

„Hegel bemerkte irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. (…) Die Tradition der toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf den Gehirnen der Lebenden. Die soziale Revolution (…) kann ihre Poesie nicht aus der Vergangenheit schöpfen, sondern nur aus der Zukunft. Sie kann nicht mit sich selbst beginnen, bevor sie allen Aberglauben an die Vergangenheit abgestreift hat. Die früheren Revolutionen bedurften der weltgeschichtlichen Rückerinnerung um sich über ihren eigenen Inhalt zu betäuben. Die Revolution (…) muss die Toten begraben lassen, um bei ihrem eigenen Inhalt anzukommen.“ (Karl Marx)

Das Auftauchen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) leitete eine neue Runde blutiger Verteilungskämpfe in der ohnehin schon krisengeschüttelten des Mittleren Ostens ein. Erwartungsgemäß führte diese Entwicklung auch im buntscheckigen Spektrum der Restlinken zu Verunsicherungen, weiteren Verwirrungen und allerlei politischen Bocksprüngen.

17.Juni 1953: ArbeiterInnenaufstand gegen die Parteidiktatur!

Bereits am 3. Juli 1953 wurde in Westdeutschland der 17. Juni zum „nationalen Feiertag“ erhoben, um der durch russische Truppen niedergeschlagenen sog. „Volkserhebung“ zu gedenken. Dieses Undefinieren einer proletarischen Bewegung, die ihren Ausgangspunkt in Protesten gegen die Erhöhung von Arbeitsnormen hatte, zu einem „Tag der deutschen Einheit“ erwies sich als geschickter Schachzug der bürgerlichen Propaganda. Der ArbeiterInnenwiderstand von damals ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Stattdessen hat sich der Mythos eines „nationalen Volksaufstands“ in das öffentliche Bewusstseins eingefressen. Gleichzeitig ist der 17 Juni auch ein schwieriges Datum für jene staatsfixierten „Linken“, die den „Sozialismus“ ausschließlich in den bürgerlichen Kategorien Geld, Lohnarbeit und Mehrwert „denken“ können.

Aghis Stinas: Das Massaker an den internationalistischen Kommunisten in Griechenland (Dezember 1944)

Der Widerstand gegen die Austeritätspolitik in Griechenland steht vor vielen Herausforderungen und Problemen. Eines dieser Probleme stellt ohne Frage die Politik der KKE („Kommunistische“ Partei Griechenlands) dar. Wir sind bereits an anderer Stelle auf den bizarren Nationalismus und die sektiererische Politik der KKE eingegangen. Die KKE ist eng in der Tradition des Stalinismus verwurzelt. Nationalistische Klassenkollaboration und gewaltsames Vorgehen gegen linke Kritiker und Dissidenten sind ihr spezielles Markenzeichen. Der folgende Text des internationalistischen Kommunisten Aghis Stinas geht auf diese unschöne Tradition ein. Stinas gehörte zu jener Generation internationalistischer Aktivisten die durch die Oktoberrevolution und die weltweite revolutionäre Welle politisiert wurde. Er trat früh der Kommunistischen Partei bei und kämpfte als linker Oppositioneller gegen deren Stalinisierung. Nach seinen Parteiausschluss 1931 beteiligte er sich an der Gründung der KDEE (Internationalistische Kommunistische Union), einer der wenigen revolutionären Gruppen, die inmitten der imperialistischen Massaker des Zweiten Weltkrieges kompromisslos internationalistische Positionen verteidigte. Mit viel Glück gelang es Stinas die faschistische Repression und die Verfolgungen durch die Stalinisten zu überleben. Auch wenn er sich gegen Ende seines Lebens aus der organisierten politischen Aktivität zurückzog, blieb er ein unversöhnlicher Gegner des Kapitalismus. Als ihm der Sozialdemokrat Papandreou für die vielen Jahre in Knästen, Lagern, Illegalität und Exil eine Opferrente in Aussicht stellte, lehnte er dies mit den Worten ab: „ Die Revolte ist eine Pflicht und kein Beruf“. Eine deutsche Übersetzung seiner Lebenserinnerungen ist in Vorbereitung. Weitere Infos zu Aghis Stinas gibt es hier(GIS)

Während des Ersten Weltkrieges setzten die Schlächter die die Menschen beherrschten eigens ausgebildete Polizeieinheiten und professionelle Killer ein, um die Internationalisten zu massakrieren. Während des Zweiten Weltkrieges nahmen sich die Stalinisten dieser Aufgabe an