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West Virginia: Ist der Streik der LehrerInnen ausverkauft?

Mittels eines automatisierten Telefonanrufs und dem Versprechen einer Lohnerhöhung von 5 Prozent wurden die Streikaktivitäten der Lehrerinnen und Lehrer und anderer Beschäftigter der öffentlichen Schulen von den Gewerkschaften beendet. Den Gewerkschaften gelang es im ersten Versuch nicht die Lehrerinnen und Lehrer zu Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen, was ein weiteres in Hinterzimmergesprächen ausgehandeltes Angebot notwendig machte. Der Ausbruch eines weiteren Streiks der Beschäftigen des Telekommunikationsunternehmens Frontier gab dem Bundesstaat Virginia einen zusätzlichen Anstoß möglichst rasch einen Deal abzuschließen. (mehr…)

Kämpfe in der italienischen Logistikbranche

Am frühen Nachmittag des 30. Januar kam es zu einem Polizeiübergriff gegen eine Gruppe von ArbeiterInnen vor den Toren des Logistikunternehmens GDN Logistics in San Cipriano Po (Pavia). Sie demonstrierten für die Wiedereinstellung einer Gruppe von Kolleginnen und Kollegen, die entlassen worden waren, nur weil sie bei der Gewerkschaft Sicobas eingeschrieben waren. Der Streik begann am frühen Morgen. Der Polizeiübergriff ereignete sich, nachdem die protestierenden Arbeiter über 10 Stunden die Einfahrt blockiert und so die Einfahrt von LKWs zu den Lagerhallen verhindert hatten. Drei ArbeiterInnen wurden durch die Polizei verletzt und mussten in der Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses behandelt werden, darunter eine 29jährige Frau. Eine halbe Stunde später demonstrierten hundert ArbeiterInnen vor dem Rathaus im Zentrum von Stradella, um ihre Solidarität mit den angegriffenen Kolleginnen und Kollegen zu bekunden. Im Folgenden publizieren wir ein Statement unserer italienischen GenossInnen von Battaglia Comunista.(GIS) (mehr…)

Thesen über die Rolle der KommunistInnen in den ökonomischen Kämpfen der ArbeiterInnenklasse

1) Die Geschichte aller bisherigen Klassengesellschaften wurde durch Klassenkämpfe bestimmt. Doch während alle früheren aufsteigenden Klassen ihre politische und ökonomische Herrschaft auf der Basis bestimmter Eigentumsformen erkämpften und verteidigten, verfügt die ArbeiterInnenklasse, das Proletariat, über kein Eigentum. Unsere Kämpfe nehmen daher eine andere Form als die anderer streitender Klassen an. Die ArbeiterInnenklasse produziert durch ihre Arbeit den ganzen Reichtum des kapitalistischen Systems. Doch den Großteil dieses Reichtums eignet sich Kapitalistenklasse täglich an. Dies wird dadurch erreicht, dass die Kapitalisten nur für die Fähigkeit zu arbeiten, bzw. die Arbeitskraft bezahlen, während sie sich die Früchte dieser Arbeit aneignen. Dies führt dazu, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter nur für einen Teil ihrer Arbeit in Form des Lohns bezahlt werden, und den Rest des Tages unbezahlt für die Kapitalisten schuften. Die Kapitalisten versuchen unentwegt, den Preis der Arbeitskraft soweit wie möglich auf ein Minimum zu senken, während die Arbeiterinnen und Arbeiter den Wert der einzigen Ware die sie anbieten können verteidigen, den Wert der Ware die Arbeitskraft. (mehr…)

500 Jahre Reformation und der Fluch der Lohnarbeit


Textauszug aus Otto Rühle: Illustrierte Kultur-und Sittengeschichte des Proletariats
In der Feudalzeit war die Wirtschaft ausschließlich oder vorwiegend betrieben worden in Hinblick auf den Bedarf, also nach Maßgabe der vorhandenen Ansprüche. Entweder stand Art und Umfang des Konsums von vornherein fest, wie in der Familie, der Fronwirtschaft oder Dorfgemeinde, oder aber der Konsum wurde von der Kundschaft durch die Bestellung von Beginn der Produktion geltend gemacht. Bis zum städtischen Handwerk herauf war alle Produktion organisch eingeordnet, eingebettet in eine lebendige Einheit, ein überindividuelles Leben, das Stamm, Sippe, Familie, Dorfgemeinschaft, Gilde oder Zunft hieß. Erst kam der Mensch, dann die Arbeit, die der Sicherung des Lebens diente. Der Mensch arbeitet um zu leben. (mehr…)

Weder Chavismus noch Anti-Chavismus: Für den autonomen Kampf der ArbeiterInnenklasse!

Trotz allen Geschreis der venezolanischen Regierung und der heuchlerischen Opposition bleibt Venezuela was es ist, eine staatskapitalistische Ökonomie, die sich vornehmlich auf Öleinnahmen stützt. Die chavistische Regierung, die sich selber „sozialistisch“ nennt, hat sich fast zwei Jahrzehnte durch den von der ArbeiterInnenklasse erzeugten Mehrwert genährt. In diesem Zeitraum hat sich aus dem Staatssektor eine neue Kapitalfraktion herausgebildet, während die ArbeiterInnenklasse infolge des wirtschaftlichen Zusammenbruchs des Landes vollkommen verelendete und mittlerweile unter Mangelernährung leidet. (mehr…)